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10.02.10
Kyoto im Klassenzimmer - Schulprojekt zum Thema Klima & Energie“ im Pfarrheim St. Laurentius

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder: „Wir können alle viel verändern, wenn Worten auch Taten folgen“

“Kyoto im Klassenzimmer“, ein bundesweites Schulprojekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland war heute, am 10. Februar 2010, zu Gast im Pfarrheim St. Laurentius in Marktheidenfeld.

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder begrüßte die Schüler der Hauptschule am Morgen mit einem Schreckensszenario: „Die Katastrophe kommt - wir werden erleben, dass Holland untergeht, wenn wir den CO2-Ausstoß nicht deutlich reduzieren! - Völliger Blödsinn, schon immer hat es Klimaschwankungen gegeben, der Mensch hat darauf überhaupt keinen Einfluss!“ Solche Aussagen lesen und hören wir jeden Tag, aber welchen Aussagen kann man glauben, fragte die Bürgermeisterin die Schüler. Und was haben „Wir“ denn eigentlich damit zu tun? Muss das nicht die hohe Politik regeln? „Heute werden wir sehen und erfahren, dass wir alle viel verändern können, wenn Worten auch Taten folgen. Für die dringend nötige Energiewende brauchen wir euch – die Jugend“, so Schmidt-Neder.

Gut 400 Schüler - von der Hauptschule Marktheidenfeld die 7. und 8. Klassen, vom Balthasar-Neumann-Gymnasium die 9. und 10. Klassen - nahmen in drei Durchläufen an der Veranstaltung teil. Zu Beginn stand eine faszinierende Bilderreise zu den Ölquellen in Saudi-Arabien, den Gletschern des Himalayas, den Wüsten Afrikas, den Inseln im Pazifik und den Eisbergen der Antarktis. Dabei zeigte die knapp 40-minütige Multivisionsschau zum Thema Klima & Energie auch, wie eine Veränderung des Klimas sich auf die unterschiedlichen Regionen auswirkt und welche Folgen es unter anderem für die Menschen haben kann: Brände, Dürren, Stürme, Überschwemmungen und Meeresspiegelanstieg.

Zur Lösung der durch den Klimawandel verursachten Probleme trägt vor allem eine Energiewende bei, also der Wechsel von fossiler Energie zu regenerativen Energieträgern, so die Aussage des Films. Die Folgen der Energieverschwendung und der Zerstörung de Atmosphäre wird die heutige Jugend ausbaden. Und es ist die Jugend von heute, die eine Energiewende mit ihren Ideen und Leistungen voranbringen kann und muss. Das ist auch das Credo von Marcus Kiesel von Multivision, der gemeinsam mit Ralf Monecke das Projekt vor Ort begleitet und moderiert. Er sagt den Schülern: „Das Potential dazu steckt in uns allen“. Die Situation heute kann und soll für die nächste Generation als Chance begriffen werden.

In Marktheidenfeld gab es in den letzten Jahren viele Projekte, die geeignet sind einen „Klimabeitrag“ zu leisten. Schmidt-Neder sagt: „Wir wollen auf dem eingeschlagenen Weg zügig weitergehen“.

Projekte der Stadt Marktheidenfeld

Die Stadt

  • fördert seit vielen Jahren den Bau von Zisternen zur Sammlung von Regenwasser
  • hat städtische Wohnungen, Kindergärten und Schule energetisch saniert und führt Energie-Reihenuntersuchungen durch
  • hat Ökokonten, damit ökologisch sinnvolle Maßnahmen beim Hausbau belohnt werden
  • hat eine mustergültige Kläranlage mit Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird
  • nutzt auch im Maradies die Kraft-Wärme-Kopplung durch ein BHKW
  • bekommt gerade einen neuen Bauhof mit einer Hackschnitzelheizung und einer Photovoltaikanlage
  • bezieht demnächst ein neues Rathaus mit Pelletheizung
  • hat eine Stellplatzsatzung mit Versiegelungsverbot beim Bau von Stellplätzen
  • hat moderne Bau- und Gewerbegebiete mit Trennsystem zur Regenwasserversickerung und der Pflicht zur Flachdachbegrünung
  • erhält und saniert die Brunnen, damit die eigenständige Wasserversorgung erhalten bleibt, auch wenn das teurer ist
  • bewirtschaftet den Stadtwald nach ökologischen Gesichtspunkten
  • hat Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden (wo statisch möglich)
  • lässt Freiflächen-Photovoltaikanlagen durch Ausweisung von Sondergebieten zu (Zimmern)

Ermöglicht wurden die Veranstaltungen der Multivision in Marktheidenfeld mit Unterstützung der Stadt Marktheidenfeld und den Landkreis Main-Spessart.

Erste Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder begrüßt die 7. und 8. Klassen der Hauptschule zum Schulprojekt „Kyoto im Klassenzimmer“ im Pfarrheim St. Laurentius

 

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